Apr 082018

Gutes tun in Südafrika? Hier ist deine Chance!

Gutes tun in Südafrika? Hier ist deine Chance!

Auf dieser Welt gibt es viel Glück, Liebe und Wohlstand. Leider finden wir genau so viel Leid und Armut vor. Viel zu oft fragen wir uns, ob wir als Person wirklich etwas an den Missständen auf dieser Welt ändern können. Es scheint zwar im ersten Moment unrealistisch, aber die Antwort auf diese Frage lautet JA! Jeder einzelne von uns kann Gutes tun und damit ein positiven Beitrag für eine bessere Welt leisten. Das verrückte ist, wenn wir selbst Gutes tun und einen bestimmten und noch so kleinen Zweck unterstützen, tun wir in diesem Moment unglaublich viel für uns selbst. Es wird dir gut tun, etwas Gutes für andere zu tun!

Im Folgenden findet ihr eine großartige Möglichkeit einmalige Erfahrungen während einer Reise zu sammeln und gleichzeitig einen positiven Beitrag für einen guten Zweck und somit auch für die ganze Welt zu leisten – Gutes tun in Südafrika mit und für Geparden!

Freiwilligenarbeit mit Geparden für einen guten Zweck

Wer Geparden und Abenteuer liebt ist als Volunteer bei Cheetah Outreach in Somerset West oder bei Cheetah Experience in Paarl genau richtig! Hier kannst du Gutes tun in Südafrika – mit und für Geparden!

Es gibt leider weltweit nur noch ca. 7100 der stolzen Geparden in freier Wildbahn (Vor 100 Jahren gab es noch ca. 100.00 Geparden).

Gutes tun - Freiwilligenarbeit

Durch die immer weiter zunehmende Menschenpopulation wird den Geparden ihr natürlicher Lebensraum genommen. Geparden sind Fluchttiere. Sie sind für Schnelligkeit und nicht für Stärke gebaut und zählen somit zu den schwächsten Raubkatzen. Durch den Verlust ihres Landes werden sie in Gebiete gedrängt in denen ihre natürlichen Feinde wie Löwen, Leoparden und Hyänen leben, die ihnen die Beute rauben oder sie töten. Außerdem geraten sie in Farmgebiete in denen Sie von den Bauern als große Bedrohung angesehen werden.

Die afrikanischen Bauern verlieren ca. 40% Ihres Viehs im Jahr an wilde Tiere. Da Geparden tagaktiv sind und am frühen Morgen und am späten Nachmittag jagen, bekommen sie viel Schuld für den Tod des Viehs der Farmer zugewiesen. Deshalb werden sie erschossen und vergiftet oder geraten in von den Bauern aufgestellten Fallen.
Auch die sehr geringe genetische Vielfalt der Geparden ist ein bedeutsamer Faktor. Geparden sind zu 99,9% miteinander verwandt. Dies wirkt sich sehr stark auf ihr Immunsystem aus und sie werden sehr sehr schnell krank und überleben nicht lange in der Wildnis.

In der Regel überlebt nur eins von zehn Geparden babies (cubs).

Gutes tun - Geparden Cubs

Um die Überlebenschancen der Geparden in der Wildnis zu erhöhen gibt es verschiedene tolle conservation-Organisationen, wie zum Beispiel Cheetah Outreach in Somerset West oder Cheetah Experience in Paarl, Südafrika. Bei beiden Organisationen durfte ich bereits als Volunteer einen Teil zum Artenschutz der Geparden beitragen. Sowohl Cheetah Outreach als auch Cheetah Experience sind nicht vom Staat geförderte non-profit Organisationen bei denen all das eingenommene Geld zurück in die Cheetah conservation geht.!

Gutes tun in Südafrika – Cheetah Outreach

Cheetah Outreach ist eine Lehreinrichtung um den Gästen näher zu bringen wie gefährdet Geparden sind und was getan werden kann um diese zu retten. Hier geht es primär um das Hundeprogramm, bei dem Anatolische Schäferhunde (Kangale) und Malutis als Herdenschutztiere eingesetzt werden, um das Vieh der Farmer vor wilden Tieren zu beschützen. Anatolische Schäferhunde kommen ursprünglich aus der Türkei und werden dort schon seit tausenden von Jahren eingesetzt um Vieh vor Wölfen und Bären zu beschützen.

Gutes tun - Geparden retten

Anatolische Schäferhunde besitzen einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt. Außerdem sind sie bereits an extreme klimatische Bedingungen gewöhnt sind und eignen sie sich somit perfekt für dieses Programm.

Cheetah Outreach hat eine Zuchtstation für die Hunde in Limpopo, im Norden von Südafrika. Bereits wenn die Hunde 6-8 Wochen alt sind werden sie an die Farmer gegeben, um eine starke Verbindung zum Vieh aufzubauen. Die Anatolischen Schäferhunde sehen das Vieh als ihre Familie an und beschützen dieses, wenn nötig, sogar bis zu ihrem Tod.

Gutes tun in Südafrika

Cheetah Outreach gibt die Hunde kostenlos an die Farmer und kommt für das erste Jahr sogar für Kosten wie Medizin und Futter auf. Nach 12 Monaten können die Farmer dann entscheiden, ob sie den Hund behalten möchten oder nicht. 95% der Farmer behalten den Hund, da das Projekt sehr effektiv ist. Der prozentuelle Verlust des Viehs sinkt von 40% ohne den Hund auf unter 5% mit dem Hund.

Im Gegenzug muss der Farmer der Vereinbarung zustimmen, keine Tiere mehr zu erschießen, zu vergiften oder Fallen aufzustellen.

Meist genügt schon die Präsenz des Hundes um Angreifer wie Geparden, aber auch Löwen, Hyänen, Leoparden, Caracale oder Jackals vom Vieh fernzuhalten.

Durch ihre enorme Größe und ihr tiefes Bellen werden Anatolische Schäferhunde von wilden Tieren mit Gefahr assoziiert. Sie wissen, dass entweder ein Mensch in der Nähe ist oder sie bei einem Kampf mit dem Hund verwundet werden können und dadurch wahrscheinlich nicht lange in der Wildnis überleben werden. Deshalb ist es einfacher für die Raubtiere stattdessen lieber z.B. eine Antilope zu erlegen.

Gutes tun

Das Hundeprogramm ist also eine win-win-situation von dem nicht nur die Farmer und Geparden, sondern auch andere Tiere direkt oder indirekt profitieren. Bisher hat Cheetah Outreach 274 Hunde auf Farmen platziert.

Um das Hundeprogramm zu finanzieren und die Gäste mehr für die Geparden und ihrer Artenbedrohung sensibilisieren zu können, bietet Cheetah Outreach „Encounter“ an. Bei einem Encounter dürfen die Gäste das Gehege des Geparden betreten  und das Tier streicheln. Dies passiert aber alles nur nach den Bedingungen des Gepards. Der Gepard entscheidet immer selbst, wann er bereit ist Menschen zu begegnen.

Gutes tun in Südafrika 2

Wenn er keine Lust mehr auf den Encounter hat steht der Gepard auf und läuft weg. Dies wird respektiert und die Gäste werden aus dem Gehege begleitet. Die Tiere bei Cheetah Outreach werden keineswegs unter Drogen gesetzt oder sediert! Außerdem werden die Geparden schon als Cub an die Encounter gewöhnt und genießen diese auch. Oftmals kannst du die Geparden sogar schnurren hören, was für mich zu einem der schönsten Geräusche der Welt gehört. 😊

Deine Aufgaben als Volunteer

Neben der Fütterung der Hunde und Schildkröten und der Reinigung der Gehege bestehen die Aufgaben als Volunteer hauptsächlich darin die Gäste aufzuklären worum es bei Cheetah Outreach geht. Da du nicht alles direkt von Anfang an machen darfst und dich etwas hoch arbeiten musst, beträgt die minimale Aufenthaltsdauer 4 Wochen. Ich für meinen teil, würde aber mindestens 2-3 Monate empfehlen.

Am Anfang arbeitest du im Shop und am Ticketverkauf am Eingang. Sobald du aber gelernt hast den Gästen eine Sicherheitseinweisung zu geben, bevor sie zu den Geparden ins Gehege gehen dürfen, kannst auch du anfangen für Touren zu trainieren.

Gutes tun - Fuchs

Wenn du die Touren geben kannst, beginnt das Training für das „backhandling“- das heißt du bringst die Gäste zu den Geparden ins Gehege, erzählst ihnen alles über Geparden und das Hundeprogramm und bist für ihre Sicherheit zuständig. Wenn du deine Prüfung als Backhandler bestanden hast, kannst du anfangen kleine Tiere wie zum Beispiel die Erdmännchen und Bat-eared-foxes zu füttern und dich dadurch weiter “hocharbeiten”.

Gutes tun in Südafrika 3 Je länger du bei Cheetah Outreach bleibst und je besser du bei der Erfüllung deiner Aufgaben bist, desto mehr Verantwortung wird dir auch zu gesprochen. 😊

Kosten und Unterkunft

Anders als bei den meisten Freiwilligendiensten musst du für die Arbeit bei Cheetah Outreach fast nichts bezahlen. Du musst lediglich eine Kaution von ZAR 3.000 (ca. EUR 200) bezahlen, von der du am Ende deines Aufenthaltes (unabhängig von der Aufenthaltsdauer) die Hälfte zurückbekommst.

Außerdem kannst du kostenlos im Volunteer House wohnen, das ca. 2 km von Cheetah Outreach entfernt ist. Die Volunteere bekommen ein Auto zur Verfügung gestellt mit dem sie zur Arbeit und zurück oder zum nahegelegenen Supermarkt fahren können.

Du hast 2 freie Tage die Woche. Den Rest der Woche arbeitest du von 8:45 Uhr – 17:00/17:30 Uhr. An freien Tagen gibt es mehr als genug Auswahl für Freizeitaktivitäten. Cheetah Outreach liegt in Somerset West, Südafrika und ist etwa 45km vom Kapstadt entfernt. Um Somerset West herum gibt es viele Weingüter und Wanderwege.

Gutes tun - Kapstadt Südafrika

Voraussetzungen für die Freiwilligenarbeit bei Cheetah Outreach

Um bei Cheetah Outreach arbeiten zu können musst du:

  • 18 Jahre alt sein
  • Fließend Englisch sprechen können
  • Über einen Internationalen Führerschein verfügen (für ca. EUR 10 im Bürgerhaus erhältlich)
  • Keine Vorerfahrung haben
  • Und natürlich eine generelle Liebe für Tiere mitbringen 😊

Interesse geweckt?
Mehr Informationen gibt es auf der Website von Cheetah Outreach.

Gutes tun in Südafrika bei Cheetah Experience Ashia

Cheetah Experience Ashia ist wie Cheetah Outreach eine Lehreinrichtung und ebenfalls als Non Profit Organisation tätig.

Ihre Philosophie besteht darin Aufmerksamkeit für die extreme Bedrohung der Geparden zu erregen und Jobmöglichkeiten im Bereich wildlife conservation und in Wildlife reserves zu schaffen.
Sie leisten finanzielle Unterstützung für z.B. Stipendien im Bereich wildlife conservation und Tiergesundheitswesen.

Gutes tun - Cheetah Outreach

Cheetah Experience Ashia plant außerdem ein Auswilderungsprojekt in einem Reservat in dem es keine natürlichen Feinde wie Löwen oder Leoparden gibt.

Bei Cheetah Experience Ashia werden auch Encounter angeboten, allerdings sind diese auf 2 Gruppen von max. 4 Personen pro Tag begrenzt und Kinder sind in der Einrichtung nicht erlaubt um die Geparden nicht zu stressen.
Cheetah Experience Ashia gehört zu der Zuchtstation Cheetah Experience in Bloemfontein, in der Geparden aus verschiedenen Blutlinien gezüchtet werden um die genetische Vielfalt zu verbessern. Cheetah Experience Ashia ist sozusagen eine Art „Ruhestätte“ in die die Geparden kommen die zu alt, zu jung oder nicht zum Züchten geeignet sind.

Deine Aufgaben als Volunteer

Bei Cheetah Experience Ashia beginnt der Arbeitstag bereits um 7:00 Uhr mit der täglichen Fütterung und Säuberung der Gepardengehege. Danach gibt es Frühstück und im Staff und Volunteer Meeting werden die Aufgaben für den Tag festgelegt und besprochen. Von 10:00-12:00 Uhr findet dann eine Gruppenaktivität der Volunteere statt. Diese kann variieren vom Unkraut jäten bis zum Fleisch vorbereiten.

Gutes tun - Geparden Volunteering

Von 12:00-13:00 Uhr hast du meistens animal time in der du die Geparden in ihren Gehegen besuchen und Zeit mit ihnen verbringen kannst. Um 13:00 Uhr geht es dann mit dem gemeinsamen Mittagessen weiter. Hier nach finden weitere Gruppenaktivität statt und gegen 17 Uhr werden die Geparden gefüttert. Auch Babysittingschichten werden festgelegt. In deiner Schicht musst du darauf achten, dass die kleinen Cubs keinen Unsinn treiben. Das war mein Lieblingsjob!

Gutes tun - Cheetah Experience

Kosten und Unterkunft

Die Kosten für die Freiwilligenarbeit bei Cheetah Experience Ashia hängen von der Aufenthaltsdauer ab und variieren zwischen ZAR 6.250 (ca. EUR 425) und ZAR 5250 (ca. EUR 390) pro Woche.
Wenn dir das zu teuer ist, aber du sowieso mal in Südafrika Urlaub machen wolltest und in der Nähe von Paarl bist, kannst du auch für einen Tag dort arbeiten als Day Volunteer. Der Preis hierfür beträgt ZAR 950 (ca. EUR 65)

Das Volunteer Haus, in dem du als Volunteer wohnst, befindet sich direkt auf dem Gelände von Cheetah Experience Ashia. Das Haus ist wunderschön. Es ist sehr stilvoll eingerichtet und lichtdurchflutet und bietet Platz für 12 Leute.

Wie bei Cheetah Outreach hast du 2 Tage die Woche frei die du entweder mit den Geparden im Gehege verbringen oder die Gegend erkunden kannst. In der Nähe gibt es zum Beispiel zahlreiche, tolle Weingüter oder auch eine Alpacafarm und eine Rettungsstätte für Löwen. Paarl liegt ca. 65km von Kapstadt entfernt, sodass du auch dort deinen freien Tag verbringen kannst.

Mehr Informationen findet ihr unter Ashia Cheetah Experience.

 

Wie bin ich auf  die Projekte aufmerksam geworden?

Meine Liebe zu Tieren sitzt schon seit meiner Kindheit ganz tief in mir. Vor Allem Raubkatzen haben mich schon immer extrem interessiert und fasziniert. Nach meinem Abitur habe ich eine Ausbildung zur Tourismuskauffrau für Geschäftsreisen gemacht, habe aber relativ schnell gemerkt, dass mich ein reiner Bürojob nicht erfüllt.

Also habe ich angefangen nach Hilfsprojekten mit Raubkatzen zu recherchieren. Allerdings habe ich diese Idee relativ schnell wieder verworfen, da die meisten Hilfsorganisationen viel Geld für die Arbeit als Volunteer verlangen. Außerdem war ich mir nicht sicher, ob die Organisationen den Raubkatzen überhaupt zugute kommen oder ob es hierbei um reinen Profit geht. Ich habe viele Horrorgeschichten gehört, bei denen Organisationen Raubkatzen gezüchtet und im Endeffekt an Wilderer verkauft haben, die die Katzen dann aus reinem Vergnügen gejagt und getötet haben. So etwas wollte ich natürlich nicht unterstützen und habe meine Suche mehr oder weniger aufgegeben.

Kurz vor der Beendigung meiner Ausbildung hat mir dann die Mutter eines Freundes von Cheetah Outreach erzählt. Sie selbst hat durch ihre Tierärztin von dem Projekt erfahren. Anfangs war ich etwas misstrauisch aber nachdem wir gemeinsam die Tierärztin besucht haben und sie mir alles über Cheetah Outreach erzählt hat war ich begeistert! Sie selbst war schon einige Male dort und konnte mir versichern, dass die Tiere in der Einrichtung gut behandelt und keineswegs sediert oder unter Drogen gesetzt werden. Auch dass es sich bei Cheetah Outreach um eine Non-Profit Organisation handelt war mir sehr wichtig. Und das beste: Volunteering bei Cheetah Outreach ist kostenlos!

Also habe ich meine Ausbildung beendet und bin danach für 4 Monate nach Südafrika geflogen um dort zu arbeiten. Wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen die ich je getroffen habe! Die Arbeit dort hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich teilweise sogar an meinen freien Tagen zur Arbeit gegangen bin. Auch mein Vater meinte als er mich besucht hat, dass er mich noch die so glücklich gesehen hat.

Durch einen Freund, der als Langzeitvolunteer bei Cheetah Outreach gearbeitet hat, habe ich dann auch von Cheetah Experience erfahren. Schon am ersten Tag den ich zurück in Deutschland war, wurde mir klar, dass mein Südafrika Aufenthalt definitiv nicht der letzte gewesen sein wird und die Arbeit mit Tieren mein großer Traum ist. So kam es dazu, dass ich Anfang diesen Jahres zurück nach Afrika geflogen bin um erst 4 Wochen bei Cheetah Outreach und dann 3 Wochen bei Cheetah Experience Ashia zu arbeiten. Und ich weiß schon jetzt, dass ich wieder zurück fliegen werde.

 

Andrea

Andrea Schaeuffelen ist 23 Jahre alt und Studentin für Tierphysiotherapie und Tierosteopathie an der ATM - Akademie für Tiernaturheilkunde in Bad Bramstedt. Schon seit ihrer Kindheit ist die verrückt nach Tieren und lebt nun mit ihrem Studium und ihrer Frewilligenarbeit bei verschiedenen Hilfsorganisationen für Tiere ihren Traum.