Jun 262020

Positive Psychologie – So ändert sie dein Leben

Positive Psychologie – So ändert sie dein Leben

Wenn dein Leben von überwiegend negativen Gedanken, einem stressigen Alltag und anderen Störfaktoren geprägt ist, solltest du schnellstmöglich etwas ändern. Denn schließlich spielst du in deinem Leben die Hauptrolle und du solltest jede Minute deines Lebens genießen. Dabei kann dir die Positive Psychologie sehr nützlich sein. Was das ist und wie du sie für dich nutzen kannst, stellen wir im folgenden Artikel genauer vor.

Was ist eigentlich Positive Psychologie?

Einfach gesagt, werden Menschen mit dem Ansatz der Positiven Psychologie dabei unterstützt, positive Eigenschaften und Charakterstärken so gut es geht zu entwickeln, um so bestmöglichst aufzublühen. Viele von uns sind aus irgendeinem Grund gehemmt und können nicht frei und vor allem nicht glücklich leben. Mit gezielten Maßnahmen hilft die positive Psychologie dabei negative Gefühle und Barrieren einzureißen und weiter noch positive Empfindungen und Lebensweisen aufzubauen. Die Folge davon ist ein optimistisches Leben voller Wohlbefinden, Glück, Dankbarkeit und Freude zu verbringen.

So beschäftigt sich die Positive Psychologie unter anderem mit positiven Emotionen, Werten und Tugenden und auch mit dem, was das eigene Leben überhaupt lebenswert macht.

Wer nie scheitert, entwickelt sich nicht und kann auch nicht glücklich werden, denn ihm fehlt die Erfahrung der eignen Stärke.

Martin seligman

Welche Rolle spielt die Positive Psychologie in unserem Leben?

Die Positive Psychologie lenkt den Fokus in erster Linie auf deine Charakterstärken, deine positiven Eigenschaften und auch die bisher gemachten Erfahrungen in deinem Leben. Das Ziel der Positiven Psychologie ist es, das Beste im Leben zu erreichen und nicht wie die Psychotherapie Krankheiten zu erkennen oder diese wenn erkannt zu heilen. Hier besteht der wesentliche Unterschied zwischen Psychologie und Positiver Psychologie. Während sich die Disziplin der Psychologie vor allem mit dem Erkennen, Heilen und Vorbeugen psychischer Erkrankungen beschäftigt und hier einen wissenschaftlichen Beitrag zur Erklärung des Mensch-seins ablegt, setzt die Positive Psychologie nicht auf Vermeidung von Unglück und psychischer Erkrankung, sondern ganz aktiv mit allem, was zu einem positiven Leben beiträgt.

Die Positive Psychologie sollte also eine wahrhaftig große Rolle im Leben eines jeden einzelnen Menschen spielen und mehr Beachtung erfahren, als ihr heute zu kommt.

Die 5 Säulen der Positive Psychologie

Martin Seligman: der Gründer der Positiven Psychologie

Der Begründer der Positiven Psychologie heißt Martin Seligman. Seligman forderte schon vor der Jahrtausendwende, dass die psychologische Forschung sich um beide Seiten kümmern muss. Er selbst machte sich durch seine Arbeiten zu den Themen Depressionen und einer sogenannten erlernten Hilflosigkeit auf sich aufmerksam. Diese werden übrigens auch heute noch als Grundlage bei diversen psychotherapeutischen Behandlungen genutzt. Das allein zeigt, wie gut sich Martin Seligman mit der Thematik auskennt und beschäftigt hat. 1998 wurde er zum Präsidenten der sogenannten APA (der Amerikanischen Psychologen-Vereinigung) gewählt.

Bereits in seiner Antrittsrede forderte er, dass sich die Forschungen rund um die Psychologie mehr mit positiver Emotion und positiven Eigenschaften der Patienten beschäftigen muss. Genau das ist es, worum es in dieser Disziplin geht und was leider viel zu lange Zeit vernachlässigt wurde. Anstatt nur in erster Linie auf die Fehler, Krankheiten und eventuelle Defizite zu blicken, sollten sich laut Seligman die behandelnden Psychologen vermehrt darauf ausrichten herauszufinden, was das Leben eines Menschen lebenswert macht und die Charakterstärken der Patienten beachten, die zu einem glücklichen und erfüllten Leben führen.

Auf diese Weise prägte er die Positive Psychologie, die von nun an ein neuer und anerkannter Forschungszweig im Bereich der akademischen Psychologie ist.

Du bestimmst, wie glücklich du bist

Sonja Lyubomirsky, eine anerkannte Autorin, die sich neben Martin Seligman einen Namen im Bereich der Positiven Psychologie gemacht hat, beschreibt in ihrem Buch How to Happiness, dass etwa 50% des Glücklichseins genetisch veranlagt sind, während 10% Glücksempfindens über äußere Faktoren beeinflusst wird. Beide Faktoren sind nicht ganz so einfach bewusst zu beeinflussen. Allerdings sind ganze 40% unseres Glücksempfindens durch unser Handeln und Denken zu bestimmen.

Mit Selbstreflexion und der Arbeit an dir und deinen Zielen, wirst du positiv und glücklich bleiben!

Schaut man sich diese Zahl an, kommen dir vielleicht genau wie mir Zitate oder Sprüche in den Kopf wie: “Ändere dein Denken und damit die ganze Welt.” oder “Dein Denken wird dich Lenken”.

Jeder von uns hat das Glück in seiner Hand. Auch wenn die äußeren Umstände schrecklich sind und du vielleicht genetisch gesehen nicht ganz so viel Glücksgefühle mitgegeben bekommen hast, kannst du trotz allem glücklich sein, wenn du dich bewusst dazu entscheidest, glücklich sein zu wollen!

Happiness is not out there for us to find. The Reason that it’s not out there ist that it’s inside us.

Sonja Lyubomirsky

Das PERMA-Modell und die 5 Säulen des Glücks

Mit dem PERMA-Modell beschreibt Martin Seligman die Theorie des Wohlbefindens. Dabei hat er sich in erster Linie damit beschäftigt, was jeder einzelne für sein Glück tun kann. Das Wort selbst setzt sich aus den folgenden Begriffen zusammen:

  • P = Positive Emotionen
  • E = Engagement
  • R = Relationships (Beziehungen)
  • M = Meaning (Sinn)
  • A = Achievement (Zielerreichung)

Diese Begriffe sind zugleich auch die 5 Säulen, die das persönliche Wohlbefinden und damit auch die innere Zufriedenheit beeinflussen und bestimmen.

1. Säule: Positive Emotionen

Um glücklich zu sein und die eigenen Charakterstärken ans Tageslicht zu holen, reicht es nicht aus, negativen Emotionen zu vermeiden. Viel wichtiger ist es ganz bewusst, positive Emotionen zu erzeugen. Denn diese sind es, die dich letztendlich auch glücklich machen. Natürlich wirst du nie ganz frei von negative Gedanken oder Empfindungen sein, aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, dass du den Einfluss dieser negativen Empfindungen minimierst in dem du dich stärker auf das Erzeugen von positiven Emotionen konzentrierst.

Diese 11 positiven Emotionen können einen besonders großen Einfluss auf dein Glück und damit auch auf dein Wohlbefinden haben:

  • Dankbarkeit
  • Liebe
  • Interesse
  • Freude
  • Humor und Heiterkeit
  • Mut
  • Erfolg
  • Glück
  • Inspiration
  • Ehrfurcht
  • Hoffnung

Bei vielen von uns kommen einige dieser Tugenden, Werte und Gefühle immer wieder mal auf, in Abhängigkeit zu unserer Laune und den äußeren Umständen. Aber durch gelegentliches verspüren dieser positiven Emotionen ist es kaum möglich, ein dauerhaft zufriedenes und erfülltes Leben zu führen. Positive Emotionen sorgen für eine offene Bewusstseinslage, was auch als sogenannter Broaden-Effekt bezeichnet wird und helfen zudem auch beim langfristigen Aufbau von Ressourcen und Kompetenzen (auch Build-Effekt genannt). Das bedeutet, je häufiger wir bewusst positive Gefühle und Empfindungen in unserem Alltag hervorrufen, desto größer und offener wird unser Bewusstsein für ein optimistisches und positives Leben, was wiederum direkten Einfluss auf unsere Fähigkeiten als Mensch und gegenüber anderen hat.

Ein Wunder ist immer die Veränderung der eignen Energie hin zur Liebe.

Laura malina seiler

2. Säule: Engagement

Jeder Mensch ist zufriedener und entwickelt ein positives Mindset, wenn er seine persönlichen Stärken und Gefühle einbringen und investieren kann. Wenn du also ein großes Ziel angestrebt oder dich mehr auf eine geliebte Aktivität konzentrierst, macht das dich glücklich und somit optimistischer. Seligman nennt in diesem Zusammenhang das sogenannte Flow-Erleben. Dieser Begriff beschreibt, dass du, wenn du im tun bist und dich für eine Sache, die dir am Herzen liegt engagierst, kommst du in eine Art Rausch des Schaffens und wirst mehr und mehr erreichen.

3. Säule: Soziale Beziehungen (Relationships)

Die soziale Zugehörigkeit ist neben der sogenannten Autonomie und dem Kompentenzerleben, also dem selbstbestimmten Handeln, ein weiteres Grundbedürfnis von uns Menschen. Einsame Menschen, die ihre Gefühle und Empfindungen mit Niemandem teilen können, werden in den seltensten Fällen glücklich.

Lachen mit deinen Freunden und dem Team

Wie wichtig soziale Beziehungen für ein zufriedenstellendes und funktionierendes Leben sind, konnte die Forschung in der Langzeitstudie “Grant” unter Beweis stellen. So kann die Abwesenheit sozialer Kontakte auf Dauer unglücklich machen. Denn in diesem Fall haben wir niemanden, mit dem wir sprechen und tolle Erlebnisse teilen können. Aber gerade das macht uns glücklich – wir wollen von Natur aus Teil des Ganzen sein, einer Community zugehörig sein, mit der wir unsere Erlebnisse und Erfahrungen teilen können und die uns verstehen.

4. Säule: Sinn-Erleben (Meaning)

Selbst die alten griechischen Philosophen in der Antike waren wie Martin Seligman der Meinung, dass wir unsere Stärken deutlich besser einsetzen können, wenn wir einen Sinn hinter unserem Handeln erkennen. Das ist ein großer Schritt zu einem glücklichen Leben voller Optimismus, Glücksmomente und positiven Emotionen. Die vierte Säule des Glücks besagt demnach, dass jeder Mensch unbedingt den Sinn des Lebens erkennen sollten. Denn fehlt dieser, ist kaum ein richtiges Wohlbefinden möglich. Jeder Mensch sieht einen anderen Sinn in seinem Leben. Den Sinn deines Lebens zu erkennen hilft dir dabei glücklich zu sein!

Wir können unsere Stärken besser einsetzen, wenn wir den Sinn hinter unserem Handeln erkennen.

Martin seligman

5. Säule: Zielerreichung (Achievement)

Leistung ist generell ein wichtiger Punkt, der ebenfalls zum Glücklichsein beiträgt. Denn Erfolge und die Verbesserung der eigenen Fähigkeiten bereiten Freude und sorgen für mehr Optimismus. Wer etwas schafft, was womöglich auch nach seinem Tod noch vorhanden ist und so mit seiner Leistung seinen Sinn des Lebens verwirklicht hat, hat das höchste Ziel erreicht. Allgemein ist es aber nicht so wichtig, wie das Ziel aussieht, dass du erreichen möchtest. Viel mehr geht es darum, dass du dir deine Ziele vor Augen führst oder sogar erst anfängst dir Ziele für dein Leben zu stecken. Denn nur, wenn du weißt, welche Ziele du im Leben hast, kannst du diese auch verfolgen und so über die Erreichung deiner Ziele den Sinn oder Traum deines Lebens leben.

Fazit

Zusammen gefasst braucht es also eine positive Denkweise und Einstellung zum Leben, das persönliche Engagement, hochwertige Beziehungen zu den Menschen, die dir am Herzen liegen als auch einen Sinn im Leben und einzelne Ziele, die dich bei Erreichung deinem Lebenssinn ein Stückchen näher bringen.

Die Positive Psychologie beschäftigt sich damit, wie du wirklich nachhaltig und von Grund auf glücklich durchs Leben gehst. Ein spannendes Thema, dem definitiv mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte!

Buchempfehlung

“Der Glücks-Faktor: Warum Optimisten länger leben” – Martin Seligman
“Mögest du glücklich sein” – Laura Malina Seiler
“The How of Happiness” – Sonja Lyubomirsky

Quellen:
positive-psychologie.ch
inntal-institut.de/
landsiedel-seminare.de/


VASIPA Co-Founder Vanessa Markowski

Vanessa

Meine große Leidenschaft ist die Psychologie und meine Mission ist es, Menschen mithilfe psychologischer Erkenntnisse zum Thema Lachen, Selbstliebe und intrinsische Motivation stärker, positiver und erfolgreicher zu machen. Ein wichtiges Konzept dabei stellt die Disziplin der Positiven Psychologie dar. Als Mitgründerin unterstütze ich meine Mutter in allen Markting und Kommunikationsaufgaben bei VASIPA.


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